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Die Carolinengrube im Wiebachtal

Nur wenigen dürfte bekannt sein, dass im Wiebachtal einst Bergbau betrieben wurde. Im Übrigen ist davon auch fast nichts mehr zu sehen. Die Stollenanlage und ihr Eingang sind mittlerweile überflutet.

Im November 1854 berichtete eine Pressenotiz über Erzfunde zwischen Radevormwald und Hückeswagen in der Nähe der Wupper und am Wiebach. Zuerst versuchten fünf Bauern aus der Umgebung, die Schürfrechte zu erhalten. Doch fehlte es ihnen wohl am nötigen Geld, denn erst knapp zwei Jahre später gingen die Abbaurechte an Carl-Wilhelm Schingen aus Hückeswagen, einem der fünf Bauern.

5 Das Gesenk diente zur Weiterverfolgung eventueller weiterer Adern. Es gibt keine Verbindung zu tieferen Stollen.

Ein weiteres Jahr strich ins Land. Am 12. Juni 1857 fand die vorgeschriebene Feldbesichtigung der Carolinengrube statt. Schingen musste den Nachweis über die Verbreitung von Erz innerhalb des Feldes erbringen. So entstand ein 70 Fuß tiefer Schacht. Das Ergebnis war Kupferkies in kleinen und größeren Partikeln. Doch über die allgemeine Verbreitung der Lagerstätte konnte man immer noch nichts sagen.

Mittlerweile war man an einem Punkt angelangt, wo mehr Sachverstand und mehr Geld nötig war. Beides wurde gefunden. Innerhalb kürzester Zeit fand sich eine 16-köpfige Interessengemeinschaft und das Unternehmen Carolinengrube wurde fortgesetzt.
Das Feld liegt hauptsächlich auf Radevormwalder Gebiet, was auch für den Hauptfundpunkt gilt. Auf Hückeswagener Gebiet lag der südliche bis nordöstlich des Wiebachs gelegene Teil.

Die Verleihung des Bergeigentums zur Gewinnung aller darin vorkommenden Kupfererze erfolgte schließlich am 28. Mai 1858.

5 Einer der Stollen

Im März 1859 war der Abbau im vollen Gange. Doch bereits Mitte 1862 wurde nicht mehr über die Grube berichtet. Während dieser Abbauzeit wurden 90 Zentner Kupfer der Caronlinengrube entnommen.

Der ungefähre Stollenverlauf der Grube 4

Wie bereits eingangs erwähnt, steht die Carolinengrube heute unter Wasser. Der Eingang zum tieferen Stollen existiert zwar noch, wurde aber vergittert und steht ebenfalls unter Wasser. Ein zweiter Eingang, der in den oberen Stollen führte, ist verfallen.
So kommt es, dass die Grube heute nicht mehr zu begehen ist. Die Fotos entstanden im Jahre 1986. Während des Baus der Wiebachvorsperre konnten die Stollen für kurze Zeit begangen werden.

Fotos: Ralph Vesper
Quelle: Leiw Heukeshoven Nr. 16 und 17