Dörpholz

5 GaststÀtte Eierkaal in Dörpholz

Wer schon einmal den so genannten Röntgenweg mit der Bezeichnung R8 oder den Remscheider Rundwander- wegs A2 entlang gewandert ist, kommt automatisch auch an der Ortschaft Dörpholz vorbei. Dabei handelt es sich um eine ehemalige HĂŒckeswagener Ort- schaft, die seit der kommunalen Gebietsreform am 1. Januar 1975 zur Stadt Remscheid gehört. Sie besteht aus insgesamt drei WohnhĂ€usern sowie aus einer Bauernhof-GaststĂ€tte. Die drei Wohn- hĂ€user schließen sich in Richtung Engelsburg an die GaststĂ€tte an.

Namensherkunft von „Dörpholz“

Der Name der Ortschaft Dörpholz und der Name des Bachs Dörpe besitzen beide die Vorsilbe „Dörp“. Diese Namensverwandtschaft ist sicherlich kein Zufall. Der Dörpe-Bach mĂŒndet in seinem weiteren Verlauf in die so genannte Dörpe-Vorsperre der Wuppertalsperre Und die Endung „holz“ weist auch relativ eindeutig auf frĂŒhere forstwirtschaftliche AktivitĂ€ten bzw. auf die NĂ€he einer Waldung hin.

Der HĂŒckeswagener Heimatforscher Wilhelm Blankertz schreibt in seinen Aufzeichnungen das es den Ort bereits 1484 gegeben haben soll. Diese Jahreszahl taucht auch im Zusammenhang mit einigen anderen Ort auf. Urkunden, die das belegen könnten, sind jedoch schon seit geraumer Zeit verschollen.

Christianen, der erste namentlich bekannte Dörpholzer

Auf jeden Fall gehörte Dörpholz zur so genannten LĂŒdorfer Honschaft. Dazu muss man wissen, dass das Kirchspiel HĂŒckeswagen mindestens seit dem 16. Jahrhundert in vier Verwaltungsbezirke eingeteilt war, die man Honschaften nannte. Eine davon war die LĂŒdorfer Honschaft und lag im Westen des Gebietes. GemĂ€ĂŸ einer Kellnereirechnung aus dem Jahr 1759 zahlt ein gewisser Chrstianen (zu Dörpholz) seit 1712 drei Reichstaler und 40 Albus, womit wir auch schon die erste Namensnennung aus Dörpholz hĂ€tten.

Als Zwangsarbeiter nach DĂŒsseldorf

Auch das Schicksal eines gewissen Gottfried Eicker aus Dörpholz erzĂ€hlt eine spannende Geschichte. Der arme Mann musste als Arbeiter Befestigungsanlagen der Landeshauptstadt DĂŒsseldorf auf Grund eines Friedensschlusses vom 11. September 1797 zwischen Österreich und der Französischen Republik abreißen. Zwei Jahre vorher, im September 1795 ĂŒberquerten die Franzosen den Rhein und besetzten DĂŒsseldorf sowie das Bergischen Land. Nachdem 1815 die Preußen im Bergischen Land das Sagen hatte, gingen deren Beamte durchs Land und machten eine genaue Bestandsaufnahme. 1820 war ein preußischer Beamten aus Berlin auch in Dörpholz, registrierte genau 16 Einwohner und stufte den Flecken als Weiler ohne eigene Gerichtsbarkeit ein.

Eine Postkarte aus dem Jahr 1914

Von 1832 an wurde der Wegebau von Engelsburg nach Dörpholz in Angriff genommen, der bis 1844 dauerte. Auf einer Postkarte, die im Jahr 1914 verschickt wurde (siehe Abbildung), heißt es auf der Vorderseite: „Das Restaurant Carl Buchholz, Dörpholz bei KrĂ€winklerbrĂŒcke, Beliebter Ausflugsort, Saal und separate VereinsrĂ€ume mit Pianino, Schöner Garten, AusflĂŒglern und Vereinen bestens empfohlen“

Entweder ein gewisser Hermann Buchholz oder ein Peter Franz Arnold Buchholz ist möglicherweise ein Bruder oder Verwandter von diesem Carl Buchholz. Beide, zuerst Hermann, spĂ€ter Peter Franz Arnold besaßen eine GaststĂ€tte, die sich in der benachbarten Ortschaft LĂŒdorf befand. Beide GaststĂ€tten seien von KrĂ€winklerbrĂŒcke mit einem Fuhrwerk beliefert worden, die Pferde wechselte man in LĂŒdorf aus, da sie von unten eine Steigung ĂŒberwindend nass geschwitzt und erschlafft waren. Ein entsprechender Pferdestall war auch vorhanden. Wie man an der Postkarte sieht, hat der Hersteller als Stilmittel mit einfachen Mitteln die Tiere hineinretuschiert.

Heute befindet sich in dem wichtigsten GebĂ€ude von Dörpholz das Restaurant „Eierkaal“ und dem Inhaber Axel Rosenbaum, der dort unter anderem eine Schweinezucht betreibt. Einmal im Jahr findet in den RĂ€umlichkeiten der Hofschaft auch eine GeflĂŒgelausstellung des Rasse-GeflĂŒgel-Zucht-Vereins HĂŒckeswagen statt.

Autor u. oberstes Bild: N.Bangert, Bild: R. Vesper
Quellen: Bei diesem Artikel handelt es sich im eine Zusammenfassung. Die Langfassung mit Quellenangabe ist noch nicht zur Veröffentlichung freigegeben, einzelne Fragen dazu beantworten wir aber gerne.