Wo liegen die Ursachen?
Die frühe Nutzung der Wupper zur Energiegewinnung durch Wasserkraft und die im intensive industrielle Nutzung des Wassern durch stark umweltbelastende Betriebe, beispielsweise der Textilindustrie im Bergischen Land haben den Fluss in früherer Zeit stark belastet. Hinzu kamen die hohe Bevölkerungsdichte mit einem entsprechenden Bedarf an Nutz- und Trinkwasser.
Während eine Vielzahl von Mühlwerken entlang des Flusslaufes „nur“ einen Eingriff in natürlichen Verlauf des Bettes und damit in die Fließgeschwindigkeit der Wupper darstellten, kam mit Beginn der Industrialisierung die „chemische Keule“. So siedelten sich beispielsweise im Tal der Wupper zahlreiche Färbereibetriebe an, die dadurch zum Motor des industriellen Aufschwungs der Städte Barmen und Elberfeld wurden. Die Weichheit des Wupperwassers war bestens für die Zwecke der Textilverarbeitung geeignet. Die Schattenseiten waren dann aber die chemischen Abfallprodukte dieser Betriebe, die auf Grund nicht oder marginal vorhandener vorhandener Wasserschutzauflagen ungefiltert in die Wupper geleitet wurden.
Zusätzlich wurde der Fluss durch das ungefilterte Einleiten von Abwässern mit Fäkalien aus Privathaushalten belastet, krankheitserregende Bakterien feierten so fröhliche Urständ.
Gegenmaßnahmen ab der 2. Häfte des 20. Jahrhunderts
In neuerer Zeit werden – nicht zuletzt dank intensiver Bemühungen des im Jahr 1930 gegründeten Wupperverbands und immer schärferen Gesetzen – große Anstrengungen in die Verbesserung der Wasserqualität und des Ökosystems „Wupper“ gemacht. Die Einleitungs-und Entnahmebedingungen für Industriebetriebe wurden verschärft, Begradigungen und die Verrohrung des Flussverlaufs werden durch Renaturisierungsmaßnahmen rückgängig gemacht und die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren wurde durch gezielte Maßnahmen, etwa die Aussetzung von verschwundenen Fischarten wieder erhöht. Im Jahr 2003 fing man beispielsweise an, den Quellbereich der Wipper systematisch zu renaturisieren. Der Bau und der Betrieb von Klärwerken verhindert das ungefilterte Eindringen von Abwasser. Das Problem der Hoch- und Niedrigwasser wurde unter anderem auch mit der Bau der Wuppertalsperre gelöst. Eine Regulierung der Wassermenge sorgt seitdem für Abhilfe.
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