Das Gruppenklärwerk Hückeswagen

Das Gruppenklärwerk Hückeswagen wird vom Wupperverband seit 1970 an der Schnabelsmühle betrieben. Geplant wurde es bereits 1963 von den Städten Wipperfürth und Hückeswagen. In den Jahren 1996 bis 2000 wurde die Anlage für 55 Millionen DM ausgebaut. Zum Einzugsgebiet gehören Kierspe-Rönsahl, Wipperfürth und Hückeswagen. Damit verbunden sind rund 48.000 Einwohnerwerte (Einwohner und so genannte Einwohnergleichwerte aus Industrie und Gewerbe). Das Klärwerk kann maximal 516 Liter Abwasser pro Sekunde aufnehmen. In 10 - 12 Stunden hat das Abwasser alle Reinigunsstufen durchlaufen und wird der Wuppertalsperre zugeführt.

5 Das Gruppenklärwerk Hückeswagen: Vorne sind die drei Nachklärbecken gut zu erkennen. In der Bildmitte befinden sich die Belebungsbecken.

Die Arbeitsweise des Gruppenklärwerks ist im Prinzip der Natur nachempfunden. Im ersten Arbeitsgang, der mechanischen Reinigung, wird der grobe Schmutz (Toilettenpapier usw.) mittels eines Rechens zurückgehalten. Enthaltener Sand setzt sich im Sandfang ab. Anschließend werden Schwimmstoffe und absetzbare Schmutzpartikel entfernt.
Nun folgt die biologische Reinigung. Mit Hilfe von Mikroorganismen werden in den Belebungsbecken organische Verbindungen und Stickstoffe weitgehend entfernt. Eisensalze binden einen Teil des enthaltenen Phosphors. Dieser wird mit dem Belebtschlamm ausgeschleust. Es wird viel Wert darauf gelegt, diese Nährstoffe zu entfernen, da sie in zu hoher Konzentration Fische und Kleinstlebewesen gefährden und das Wachstum von Pflanzen und Algen begünstigen.

Da die Vorsperre nicht gerade tief ist, kommt dieser Reinigungsstufe eine große Wichtigkeit zu. In den Nachklärbecken wird anschließend der Belebtschlamm vom biologisch ge- reinigten Abwasser getrennt.
Als letztes folgt die chemische Reinigung, denn die biologische Reinigung entfernt nur einen Teil des Phosphors. Deshalb geht das Abwasser nun in die Flockungs- filtration. Hier wird der Phosphor so gut wie vollständig entfernt.

3 Die Belebungsbecken

In den Belebungsbecken “kümmern” sich Mikroorganismen im Belebtschlamm um die organischen Stoffe. Bei diesem Prozess vermehren sie sich gleichzeitig. Der überschüssige Schlamm wird dem Kreislauf entzogen, eingedickt, in Faulbehältern ausgefault, entwässert und zuletzt in der Schlammverbrennungsanlage des Klärwerks Buchenhofen in Wuppertal verbrannt.

Blick auf ein Nachklärbecken

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Dies ist nur ein grober Abriss über die Arbeitsweise des Klärwerks. Der Wupperverband hält jedoch einiges an Informationsmaterial bereit. Außerdem bietet er auch Führungen außerhalb von Veranstaltungen (Tag der offenen Tür o.ä.) an. Interessenten können sich an den Wupperverband wenden ( www.wupperverband.de).

Fotos: Norbert Bangert, Ralph Vesper; Text. Ralph Vesper - Quellen: Infoblätter des Wupperver- bandes “Klärwerk Hückeswagen” und “”Gruppenklärwerk Hückeswagen - Ausbau und Erweiterung”