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Haus Hammerstein

Die Ursprünge von Haus Hammerstein gehen auf einen “Rittersitz von Hammerstein” zurück, der noch auf Bildern überliefert ist. Dabei handelt es sich um einen wehrhaften Bauernhof aus dem 17. Jahrhundert. Dieses Gehöft war auch der Namensgeber für den späteren Ort Hammerstein. Dieses kleine Dorf aus Holz- und Fachwerkhäusern hatte mehrere Bauernhöfe, ein Elektrizitätswerk und eine so genannte Wollfabrik.

Im Jahr 1961 wurde der Bau der Wuppertalsperre genehmigt. Nachdem fast alle Bewohner weggezogen waren, wurden die Gebäude der Ortschaft einplaniert, da es größtenteils um Flutungsgebiet handelte. Nur das Haus Hammerstein blieb auf einer Art Halbinsel stehen.

Das Hammersteinwappen im Heimat- museum Hückeswagen (Foto: Norbert Bangert)

Das wahrscheinliche Entstehungsjahr des Hauses in der Vorläuferform ist das Jahr 1874, diese Zahl steht auf den Türstock eines Hauseingangs. Der Erbauer Hubert Grafer errichtete es für seine dreizehn Kinder. Trotzdem war noch Platz für eine Gaststätte, die das Geld der Stahlhammerwerker in Kräwinklerbrücke anlocken sollte. Später wurde diese um eine Weinhandlung ergänzt.

Der zweite Weltkrieg ließ auf Grund der abgeschiedenen Lage das Haus unbeschädigt. Das Haus Hammerstein “übernahm die Verpflegung” der in den nahe liegenden Fabriken zwangsweise arbeitenden russischen Kriegsgefangenen. 44 von ihnen sind auf dem Ehrenfriedhof in Voßhagen begraben, sie starben am Fleckfieber, eine Krankheit, die unter anderem auf mangelnder Hygiene zurückzuführen ist.

Haus Hammerstein im Jahr 2004
(Foto: Ralph Vesper)

Quelle: Informationsfaltblatt “Haus Hammerstein – Ein Rückblick in die Geschichte”

1950 wurde das Haus Hammerstein auf Grund steigender Gästezahlen ausgebaut und erweitert. Die Enkelin von Hubert Grafer, Frau Horn und ihr Mann machten Hammerstein zu einem Juwel unter den Hotels in ganz Deutschland. Die Gästeliste dieses Anwesens ist selbst für die heutigen Maßstäbe noch sehr beeindruckend: Konrad Adenauer, Dr. Ludwig Erhard, Bundesfinanzminister Etzel, Weltbank- präsident Eugene Black, Bundes- bankpräsident Prof. Blessing, die Tochter Kaiser Wilhlem II., Viktoria Luise Herzogin zu Braunschweig, Anneliese Rothenberger, Erik Ode, Marianne Koch, Inge Meysel und viele mehr.

Nach der mehr als 20 Jahre langen Blütezeit verkaufte Frau Horn das renommierte Gästehaus an den Landesverband der Lebenshilfe für geistig Behinderte NW e.V. Es ist heute eine Bildungs- und Erholungsstätte unter anderem für Ferienfreizeiten, Tagungen und andere Anlässe.