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Untrennbar sind die Begriffe Wermelskirchen und Rollenindustrie miteinander verbunden. Vor allem durch die Aktivitäten der Unternehmerfamilie Schulte Ende des 19. Jahrhunderts konnte dieser Industriezweig unter anderem im Ortsteil Tente Fuß fassen. „Tente Rollen” ist auch für die Menschen in Hückeswagen ein Begriff. Was aber nur wenige wissen: Die Grundlage für die weltweiten Aktivitäten des Unternehmens wurde in Hückeswagen gelegt. Der Historiker Dr. Jürgen Weise hatte anlässlich eines Firmenjubiläums von Tente Rollen den Auftrag bekommen, die Geschichte der Firma in einer Festschrift niederzuschreiben. Und in der heißt es: „Hinweisen der Familienchronik (Anm.: die der Unternehmerfamilie Schulte) ist zu entnehmen, dass der am 23. Dezember 1842 in Meinerzhagen geborene Jacob Albert Schulte bereits in der Hangberger Mühle bei Hückeswagen gedrechselte Rollen fertigte.” Ein Satz, der die Historiker in der Schloss-Stadt aufhorchen lässt. Ist die Hangberger Mühle (siehe Infokasten) und somit Hückeswagen tatsächlich die Geburtsstätte der Wermelskirchener Rollenindustrie? Ein Blick in das Buch „900 Jahre Hückeswagen” erhärtet die These fast bis zur Gewissheit. In dem Buch, das aus Anlass des Hückeswagener Stadtjubiläums 1985 herausgegeben wurde, werden fast alle ehemaligen Mühlen des Stadtgebietes beschrieben, so auch die Hangberger Mühle. Demnach wurde am 10. Juli 1876 der gesamte Besitz mit Wohnhaus, sowie der angrenzenden Fruchtmahlmühle und Stall an Jacob Albert Schulte übertragen. Vorbesitzer ist ein Theodor Karrenstein, der aus Meinerzhagen-Voßsiepen stammte. Etwas mehr als sechs Jahre später, am 11. Dezember 1882 erfolgte aus nicht näher genannten Gründen die Rückübertragung an Karrenstein. Weitere 16 Jahre danach gründet sich die Firma „Albert Schulte Söhne” (ASS)”, der Vorgängerfirma von Tente Rollen im der damals selbstständigen Gemeinde Burg, die 1903 nach Tente umzieht. Der Handwerker Jacob Albert Schulte war in der Hangberger Mühle als Drechslermeister mit der Herstellung von Möbel- und Klavierrollen beschäftigt. Nachdem er die Mühle in Hückeswagen verlasen hatte, kam er Ende 1886 über Elberfeld nach Burg an der Wupper. Sein ältester Sohn Gottfried, der 1876 in Hückeswagen geboren wurde, war gerade einmal 22 Jahre alt, als ihm die Rolle des verantwortlichen Familienoberhaupts zufiel. Er hatte ebenso wie seine beiden Brüder Jacob Albert, Adolf und Hugo das Drechslerhandwerk erlernt. Doch ein Trost für die Wermelskirchener Historiker bleibt: Die relevante industrielle Fertigung hat in Tente begonnen.
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