Stationen des historischen Rundwegs Hückeswagen

2. Denkmäler
a) Kleines Kriegerdenkmal
Nachdem Deutschland 1870/71 einen Krieg gegen das napoleonische Frankreich gewann, wurden aus einer patriotischen Stimmung heraus überall Denkmäler errichtet, so auch in Hückeswagen. Am 2. September 1875 wurde es eingeweiht und erinnert an 24 Bürger der Stadt, die in diesem Krieg gefallen waren. Charakteristischer Bestandteil war dabei der Adler, der aber 1984 kurz vor der 900-Jahr-Feier der Stadt gestohlen wurde. Damit begann eine Serie von Vandalismus-Attacken, bei der das Tier mehrmals zu Schaden kam. Verschiedene Bemühungen, diesen wieder auf den alten Platz zu setzen, sind bisher gescheitert.

b) Großes Kriegerdenkmal
Eingeweiht wurde das „große Kriegerdenkmal“ am 26. Juni 1910 bei strömenden Regen. Spender war der Hückeswagener Ehrenbürger August Schnabel aus New York. Er stiftete in Gedenken an seine alte Heimat Hückeswagen 15.000 Mark zur Errichtung des Denkmals. Schnabel verschlug es in die USA, weil er bei seiner ersten Geschäftsreise von Hückeswagen nach Lausanne ein kleines Vermögen verspielte. Er traute sich nicht nach Hause, sondern „ging über den großen Teich“ und wurde dort erfolgreicher Unternehmer. Ursprünglich stand genau im Zentrum eine Soldatenfigur und auf der Spitze des mittleren großen Sockels thronte ein Adler, beide wurden später aber entfernt.

c) Berliner Mauer
Anlässlich des 10. Jahrestag des Falls der Mauer wurde am 9. November 1999 das Denkmal „Berliner Mauer“ feierlich auf dem Etapler Platz eröffnet. Das Original-Stück stammt aus Königs-Wusterhausen in Brandenburg. Es ist ein Mahnmal und Symbol für die unmenschliche Trennung, die vor 1989 in beiden deutschen Staaten herrschte. Allein in Berlin sind mindestens 86 Flüchtlinge bei Fluchtversuchen umgekommen.

Grafen von Berg veräußert, danach diente sie der Gräfin Margareta von Berg als Witwensitz. Nach andauernden Verpfändungen von Hückeswagen in den folgenden Jahrhunderten wandelte sich 1397 die Bezeichnung „Burg“ in „Schloss“. In den folgenden Jahrhunderten befand sich das Gebäude meistens in einem schlechten Zustand, bis es 1884 zunächst teilweise in den Besitz der Stadt gelangte. Heute ist dort ein Teil der Stadtverwaltung und seit 1963 auch das Heimatmuseum untergebracht.
Die Pauluskirche wurde im 18. Jahrhundert an Stelle der alten St. Nikolaus-Kirche gebaut. Der Vorgängerbau aus dem Jahr 1683 wurde durch einen Stadtbrand stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Grundsteinlegung durch die reformierte Gemeinde erfolgte im Jahr 1783, die Einweihung im Jahr 1787. Ab dem 1. Februar 1900 hatte die evangelische Kirche in Hückeswagen nach der Vereinigung der Lutheraner und der Reformierten plötzlich zwei Kirchen. 1935 wurde unter dem Dachboden der Pauluskirche die skelettierte Leiche des Hückeswagener Bürgers Otto Förster gefunden. Diese hatte dort oben zwölf Jahre gelegen, ehe man sie bei Dachdeckerarbeiten entdeckte.

3. Schloss, Heimatmuseum und Pauluskirche
Die Burg Hückeswagen („castrum Hukingiswage“) wurde erstmals im Jahre 1189 urkundlich erwähnt, der Baubeginn dürfte aber um das Jahr 1138 erfolgt sein, da zu dieser Zeit die Grafen von Hückeswagen erstmals in der Geschichtsschreibung vor-kommen.
Im Jahr 1260 wurde die Grafschaft Hückeswagen an die
Maria Zanders, Marktstraße (im Vorbeilaufen)
Diese Gedenktafel hier am Haus Marktstraße 25 erinnert an Maria Zanders, eine bedeutende Kulturstifterinnen des Bergischen Landes. Sie wurde am 9. März 1839 in Hückeswagen geboren und starb am 6. Dezember 1904. Die Tafel der Tochter des Tuchfabrikanten-Ehepaars Julius und Charlotte Johanny hängt am ihrem Geburtshaus. Allerdings w urde sie in einem

vornehmen Düsseldorfer Pensionat erzogen. Maria Zanders ist die Begründerin des Altenberger Dom Vereins. Sie trug damit maßgeblich zum Erhalt des Doms in Altenberg in Odenthal bei.
4. Johanniskirche
Die Johanneskirche wurde von der Lutherischen Gemeinde errichtet und fiel nach der Vereinigung mit der Reformierten Gemeinde der neu entstehenden Evangelischen Kirche zu. Nachdem die Lutheraner an der Kölner Straße ein Grundstück erwarben, wurde notdürftig eine Tente (Tenne) mit Dachstroh errichtet. Die Grundsteinlegung für den neuen Kirchenbau erfolgte dann am 7. Mai 1836, die feierliche Einweihung erfolgte am 18. Oktober 1837. Von 1978 bis 1980 wurde sie umfassend renoviert.

5. Diakoniestation Hückeswagen
Seit dem 1. Januar 2003 ist in dem Gebäude die Diakoniestation Hückeswagen (zuständig auch für Wipperfürth und Bergisch Born) untergebracht. Diese ist seit dem Jahr 1993 eigenständig und gehörte vormals zur Evangelischen Kirche mit der sie immer noch eng verbunden ist.

6. Wupper-Vorsperre
Der Bau der Wupper-Vorsperre begann im Jahr 1974. Zwei Jahre später, im November 1976, wurde das Bauwerk in Betrieb genommen. Das Stauziel liegt bei 251,30 m ü. NN, der Stauinhalt bei 0,350 Mio m³. Vergleicht man den Inhalt beispielsweise mit dem der Wiebach-Vorsperre, erscheint er nicht sehr hoch. Dabei muss man wissen, dass die Wupper-Vorsperre nicht beson-
ders tief ist. Allerdings hat sie mit 173,5 km² ein recht großes Einzugsgebiet. Das Absperrbauwerk hat von der Gründungssohle bis zum Überlauf eine Höhe von 14,70 m und besteht aus Beton. Die Hochwasserentlastung erfolgt über diesen Überlauf (Überlaufwehr).
7. Dürhagen
Nach dem Bau der Wuppertalsperre erhielt der Weiler Dürhagen baulichen Zuwachs durch ein altes Gebäude, ein 1830 in Kräwinklerbrücke von der Fabrikantenfamilie Lausberg erbautes Wohn- und Kontorgebäude. Durch die Umsetzung konnte eine Vernichtung durch Abriss verhindert werden. Nur der backsteingemauerte Gewölbe-keller ging verloren.

8. Am Bilstein
Wenn man sich „Am Bilstein“ auf einer gesicherten Aussichts-plattform mit Panoramablick auf die Talsperre befindet, steht man ohne es zu ahnen, genau auf einer alten mittelalterlichen Ringwallanlage. Vor dem Bau der Talsperre blickte man von dort auf die Ortschaft Doerpe. Die Befestigungsanlage wurde von der Stadt Hückeswagen zum Bodendenkmal erklärt und ist nach Einschätzung der Experten

ungefähr im 10. Jahrhundert entstanden. Es sind nur noch wenige Reste des Abschnittwalls erhalten. Der Ringwall wurde direkt an der ehemaligen Mündung des Baches Dörpe in die Wupper errichtet. Das Felsmassiv befindet sich auf eine Höhe von 280 Metern über NN. Er war 40 Meter lang, davor befand sich ein zehn Meter breiter Graben.
Die Friedenskapelle Vosshagen wurde im Jahr 1985 erbaut und steht direkt neben dem russischen Ehrenfriedhof. Die Einweihung der kleinen Kapelle erfolgte dann am 19. Oktober 1986. Um die Erhaltung und Pflege der Kapelle kümmert sich der Freundeskreis der Friedenskapelle Voßhagen e.V. Alle zwei Monate findet dort auch das zur Tradition gewordene überkonfessionelle Friedensgebet statt.

Auf dem russischen Ehrenfriedhof wurden 44 Zwangsarbeiter aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion begraben. Nachdem die Männer und Frauen in den naheliegenden Industrieansiedlungen an der Wupper Zwangsarbeit verrichten mussten, starben sie später unter andern am Fleckenfieber. Traditionell wird am Volkstrauertag von der Stadt Hückeswagen durch eine Kranzniederlegung an die Toten gedacht.
9. Russischer Ehrenfriedhof, Friedenskapelle und Künstleratelier Bernhard Guski

In politisch unruhigen Zeiten wurden in der Vergangenheit im ländlichen Raum zum Schutz der Bevölkerung so genannte feste Höfe errichtet, deren wehrhafte Einrichtungen den Selbstschutz gewährleisteten. Als Verteidigungs- und Zufluchtsstätte dienten auch die so genannten „Steengaden“, bei denen es sich um bergfriedartige Wohn- und Wehrtürme handelte. Sie wurden im Gegensatz zur herkömm-

lichen Fachwerkbauweise vollständig aus Stein ausgeführt. Von dem im 17. Jahrhundert gebauten Steengaden in Engelshagen ist außer dem Keller das bruchsteingemauerte Erdgeschoss erhalten geblieben. Ehemals war der Turm doppelt so hoch. Außerdem zeigen zwei Schießscharten noch seine frühere Funktion an, die er im 18. Jahrhundert bereits verloren hatte. Aus dem 18. Jahrhundert stammt auch der Anbau des Wohnhauses.
Rechtlicher Hinweis: Text 1-10: Norbert Bangert
Fotos 1-5; 7-9: Ralph Vesper , 6, 10: Norbert Bangert
1. Etapler Platz
Der Etapler Platz besteht in der heutigen Form seit dem Jahr 2001. Am 26. Oktober 2001 wurde das Richtfest des GBS-Gebäudes gefeiert. Früher stand hier das Bahnhofsgebäude. Wenn man sich auf die Straße an der Wupperniederung stellt, kann man noch gut den Gleisverlauf sehen. Die letzte Teilstrecke der Bahnlinie von Remscheid-Lennep nach Wipperfürth wurde am 31. Dezember 1995 stillgelegt.
Der „Historische Rundweg Hückeswagen“ ist ein offizieller Wanderweg auf Hückeswagener Stadtgebiet und gleichzeitig eine „geführte Wanderung“. Er besteht aus insgesamt zehn Stationen und beginnt mit einem kleinen Stadtrundgang. An jeder Sehenswürdigkeit erhält der Wanderer durch einen Stadtführer oder über eine Informationstafel eine historische Information. Auf einem Informationsblatt, das mit Unterstützung der Raiffeisenbank Hückeswagen entstand, sind alle Stationen in Kurzform nochmals dargestellt.
Die Wanderung findet mindestens einmal im Jahr statt. Veranstalter in der Sauerländische Gebirgsverein (SGV), die Führung macht der Journalist Norbert Bangert. Die nächste Wanderung wird an dieser Stelle rechtzeitig bekannt gegeben. Anmeldungen bitte telefonisch unter der Nummer 02192/859368 oder per E-Mail unter der Adresse info@wuppertalsperre.net.
Das „H“ als Orientierung
Der “Historische Rundweg Hückeswagen” ist mit einem umkreisten “H” gekennzeichnet und startet am Etapler Platz. Von dort gehen wir am großen Kriegerdenkmal die Treppe zum Schlossplatz hinauf. An der Pauluskirche vorbei führt der Rundweg die Marktstraße hinunter. Bei unserem Weg durch die historische Altstadt passieren wir unter anderem das Geburtshaus von Maria Zanders (Markstr. 25) auf der rechten Seite.
Über die Kölner Straße erreichen wir die Johanniskirche. Rechts von der Kirche führt ein relativ steiler Fußweg zur Friedrichstraße und zur Bachstraße. Letztere folgen wir bis zur Diakoniestation in der Bahnhofstraße.
Nun lassen wir die Stadt hinter uns und marschieren weiter zur Ernst-Müller-Brücke an der Wupper-Vorsperre. (Achtung: Bis Herbst 2007 gesperrt!) Wir überqueren die Brücke und gehen bis zur Staumauer der Wupper-Vorsperre weiter. Hier wechseln wir wieder die Seite und halten uns rechts, um nach Dürhagen zu gelangen.
Von Dürhagen ist es nur ein Katzensprung bis zum Bilstein und von dort nach Voßhagen. Über Steffenshagen erreichen wir Engelshagen, ehe wir wieder die Richtung “Wuppertalsperre” einschlagen und an der Wuppervorsperre herauskommen. Abermals halten wir uns rechts, gehen diesmal an der Ernst-Müller-Brücke vorbei und kommen schließlich in Hückeswagen am Etapler Platz an. Damit schließt sich der Kreis.
Der “Historische Rundweg”

2007-06-20
siehe auch:
