“Maria zur Mühlen” in Kräwinklerbrücke

Im Jahr 1945 schenkte Wilhelm Sieper der Pfarre St. Marien Radevormwald die alte Mühle an der Einmündung des Heider Bachs. Der damalige Pfarrer Franz Brors nahm das Geschenk dankbar an und zusammen mit seinem Hückeswagener Amtskollegen Pfarrer Gerhard Rottländer entstand der Plan zur Errichtung einer Kapelle. In beiden Gemeinden wurde in der Folge ein Kirchenbauverein gegründet.

Das Projekt kam ins Stocken als Pfarrer Brors nach Burg an der Wupper ging und sein Nachfolger Pfarrer Ludwig Wirtz das Amt erst 1947 übernahm. Dieser kümmerte sich zunächst um das Vereinsleben in der Gemeinde.
Der Ausbau der Mühle verzögerte sich ein zweites Mal, da die Währungsunion alle weiteren Planungen über den Haufen warf.
1950 ging es aber los. Viele Gemeindeglieder packten mit an und so konnte am 11. März 1951 die Kapelle durch Dechant Reuter ihrer Bestimmung übergeben werden. Pfarrer Brors hatte damals noch den Vorschlag gemacht, die Kapelle „Maria zur Mühlen“ zu nennen. Und so kam es dann auch.
Eine Baracke, die Wilhelm Sieper nach dem Krieg den evangelischen und katholischen Christen stiftete, wurde abgerissen und nach Hückeswagen gebracht.

Den evangelischen Christen wurde angeboten, die Kapelle „Maria zur Mühlen“ bis zur Errichtung ihrer eigenen Kirche auf der Anhöhe mit zu nutzen.

Am 19. April 1977 kam das Ende für die Kapelle. Mittlerweile war sie das letzte Gebäude im Tal auf Radevormwalder Gebiet, das der geplanten Wupper-Talsperre im Weg stand. Die Bagger kamen und rissen die Kapelle “Maria zur Mühlen” mit ihrer 26-jährigen Geschichte ab, nachdem das Generalvikariat in Köln dem Abriss letztendlich zugestimmt hatte. 

Fotos: Rosenberg, Radevormwald
Text: Ralph Vesper

2007-07-16