Drei bis fünf Stunden sollte der Wanderer einplanen – je nach dem, wie ausführlich er jede der zehn Stationen begutachten will. Schon 2006 wurde der vom Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) und dem Hückeswagener Journalisten Norbert Bangert konzipierte Weg offiziell eröffnet, doch erst Ende voriger Woche installierte der Baubetriebshof ein erstes Hinweisschild am Parkplatz an der Wuppervorsperre. Kurze Zeit später folgte das zweite Schild an der Bahnhofstraße in der Nähe der Treppe hoch zum Schloss.
Grund für die Verzögerung: Abstimmungsschwierigkeiten mit einem parallel laufenden Projekt des Stadtmarketings. Doch nun ist es soweit: Die Schilder sind fertig, die Flyer mit Unterstützung der Raiffeisenbank gedruckt und die Wegezeichen angebracht. Der Buchstabe „H“ weist nun an den Abzweigungen den richtigen Weg.

Zwei neue Schilder für den
Historischen Rundweg
Der Rundweg startet am Etapler Platz. Nach einigen Erläuterungen zur Geschichte des Platzes, die eng mit der Eisenbahnhistorie verknüpft ist, und zu den Hintergründen des Denkmal-Ensembles – großes Kriegerdenkmal, kleines Kriegerdenkmal und Berliner Mauer – geht es die Treppe hinauf zum Schlossplatz. An der Pauluskirche vorbei führt der Rundweg die Marktstraße hinunter. Es geht durch die historische Altstadt, vorbei am Geburtshaus von Maria Zanders (Markstraße 25) auf der rechten Seite. Über die Kölner Straße erreichen die Wanderer dann die ab 1836 erbaute Johanniskirche. Rechts von der Kirche führt ein relativ steiler Fußweg zur Friedrichstraße und weiter zur Bachstraße, wo es Erläuterungen zum alten „Entree“ der Stadt mit seinen historischen Tuchmachervillen gibt. Danach führt die Route aus der Stadt hinaus zur Wuppervorsperre und in die Außenbereiche. Dürhagen mit dem schönen Fachwerkhaus der ehemaligen Fabrikantenfamilie Lausberg ist ebenso Ziel wie die mittelalterliche Ringwallanlage „Am Bilstein“. Danach geht es nach Voßhagen zur Friedenkapelle und zum Ehrenfriedhof für sowjetische Zwangsarbeiter sowie der Wohn- und Wehrturm in Engelshagen. Danach geht es zurück die Stadt, wo sich der Kreis schließt.
Zurzeit ausfallen muss der eigentlich dann vorgesehene Wegabschnitt über die „Ernst-Müller-Brücke“, denn die ist nach wie vor gesperrt. „Solange das noch der Fall ist, haben die Wanderführer eine alternative Route parat, die dann wieder auf den Weg an der Wuppertalsperre zurückführt“, sagt der SGV-Vorsitzende.
„Er ist ein offizieller und in der Zwischenzeit auch prämierter Wanderweg in Hückeswagen und gleichzeitig eine geführte Wanderung. Wir haben der zwölf Kilometer langen Wanderstrecke einen kleinen Stadtrundgang vorgeschal-tet“, erläutert der SGV-Vorsitzende Hans Günter Dömer das Konzept. An jeder der zehn Stationen erhält der Wanderer auf den geführten Touren vom Wanderführer eine kurze historische Infor-mation, die auch einem speziellen Faltblatt an der nun aufgestellten Informa-tionstafel zu entnehmen ist.
Seit Ende November 2006 hängt ein Hinweisschild an zwei Bauzäunen, die jeweils den Zugang zur Ernst-Müller-Brücke absperren. Dort heißt es wörtlich: „Information! Die Holzbrücke über die Wupper-Vorsperre ist aus Sicherheitsgründen langfristig gesperrt. Bitte benutzen Sie die alternative Rundwandermöglichkeit Pixberg – Brücke - Rader Str./B483 – Mühlenweg.“
„Was ist hier passiert?“, fragt sich so mancher Spaziergänger. Die Antwort: Der Wupperverband hatte nach einer Prüfung die Brücke festgestellt, dass sich die Holzkonstruktion des Bauwerks in einem maroden Zustand befindet. Ein sicheres Überqueren wollten die Verantwortlichen nicht mehr garantieren und sperrten sie kurzerhand ab. Ende März 2007 war noch offen, ob eine Sanierung möglich ist, oder ob sie durch einen Neubau ersetzt werden muss. Ende April werden die vom Wupperverband mit der Untersuchung beauftragten Gutachter sagen können, was die unterschiedlichen Varianten kosten – inklusive der Folgekosten für jährlich fällige Wartungsarbeiten. Und erst wenn die Vergleichszahlen vorliegen, will der Wupperverband über das weitere Vorgehen entscheiden.
Nach dem Gutachten steht inzwischen jedenfalls fest: Die Tragkonstruktion der Brücke – das sind die Bogenbinder aus Holz – ist schadhaft. Eine Sanierung ist laut Verband „auf wirtschaftliche Weise nicht möglich“. Vielmehr müssten die Binder komplett ausgetauscht werden. Die Unterkonstruktion der Holzbrücke sei hingegen in einem „allgemein guten Zustand“. Allerdings müssten in einigen Bereichen, darunter an der Befestigung am Ufer und in Teilen der Geländer-Konstruktion, beschädigte Stellen saniert werden. So oder so: Die Brücke wird den Verband noch einiges kosten.
Betroffen ist davon übrigens auch der Historische Rundweg Hückeswagen. Der eigentlich vorgesehene Wegabschnitt über die „Ernst-Müller-Brücke“ muss durch eine andere Route ersetzt werden. „Solange das noch der Fall ist, haben die Wanderführer eine alternative Route parat, die dann wieder auf den Weg an der Wuppertalsperre zurückführt“, sagt der SGV-Vorsitzende Hans Günter Dömer.
Text: Norbert Bangert
Foto: Ralph Vesper
2007-03-23

