Oberhombrechen

Oberhom- brechen im Frühjahr 2003
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Oberhalb des Wiebachtales befindet sich die Ortschaft Oberhombrechen. Sie ist, wie eigentlich die meisten Ortschaften an der Wuppertalsperre, nicht sehr groß. Gerade einmal neun Wohnhäuser zählt sie, sowie ein paar Schuppen und Scheunen. Denn auch hier wurde einst die Landwirtschaft groß geschrieben.
Das ist heute anders. Lediglich bei der Familie Hilbeck laufen noch einige Gänse herum. Sieht man hier trotzdem einige Rinder, so gehören diese in die Nachbarortschaft Mittelhombrechen.

5 Der “Schlappe Bühel”, wie er sich heute darstellt (Aufnahme vom 14.11.2004)

Jeder Anlass wird übrigens genutzt, um Werbung für das Lokal zu machen: “Bei Gelegenheit des Besuches des Wupperthaler Sängerbundes, Sonntag, den 30.d.M., bringe ich meine Wirthschaft in empfehlende Erinnerung u. werde für gute Speisen und Getränke bestens Sorge tragen.” So liest sich eine Anzeige aus dem Jahr 1900.
In einer anderen Anzeige von 1932 wird für 1a bergischen Kaffee und frische Waffeln zu “zeitgemäßen Preisen” geworben.

Am 8. Juni 1909 kommt es zur Tragödie - Haus und Scheune brennen vollständig ab. Hugo Vesper, er betreibt seit einem Jahr die Gaststätte, baut sie wieder auf.

Bis vor rund 45 Jahren gab es in Oberhombrechen ein so genanntes Ausflugslokal, das in der näheren und weiteren Umgebung als der “Schlappe Bühel” bekannt war.
Also eine Gaststätte, wo sich der schlappe Beutel (gemeint ist hier der  Wanderer) ausruhen und neue Kräfte sammeln konnte.
Am 1. März 1880 übergab der damalige Wirt Karl Enneper sein Lokal in die Hände von Karl-August Vesper.
Bereits ein Jahr später, am 18.4.1881 gibt Vesper die Eröffnung einer Kegelbahn bekannt und 1903 kommt eine Gartenwirtschaft in “schattigen Gartenanlagen” hinzu.

5 Karl-August Vesper (1841-1917)

Nach seinem Tod im Jahre 1925 führt seine Frau das Lokal weiter und übergibt es 1931 an der Bäckermeister Karl Vesper.
In seiner Hand bleibt die Gartenwirtschaft bis 1937, ehe sie von Wilhelm von Hagen übernommen wird. Glaubt man den Anzeigen, so führt er das Lokal bis Anfang der 1960er Jahre in gleichem Stil weiter. Die Bergische Kaffeetafel bleibt der Renner.

Danach gehört der “Schlappe Bühel” der Geschichte an. Obwohl viele Nachbarn die Gaststätte in Oberhombrechen nie gekannt haben und vermutlich nicht einmal wissen, dass es sich bei dem Namen um eine Gaststätte handelte, wissen alle, wo sie den “Schlappen Bühel” finden.
Als Ortsbezeichnung ist er geblieben. Vielen alten Hückeswagenern ist er ebenfalls noch ein Begriff.

Doch wer glaubt, in Oberhombrechen sei kulinarisch nichts mehr zu holen, der irrt. Der Partyservice Helga Hilbeck verwöhnt sein einigen Jahren den Gaumen und das nicht unbedingt mit der Bergischen Kaffeetafel.

5 Anzeige aus dem Jahr 1931

Text, Fotos und Repros: Ralph Vesper - Nov. 2004