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Es war ein Stück aus dem Tollhaus – Der Skulpturenpark-Skandal an der Wupper-Vorsperre von 1990

Es war ein Skandal, der im Jahr 1990 wochenlang die Hückeswagener Bürger bewegte. Nur wenige Tage, nachdem eine Gruppe junger Künstler entlang der Wanderwege der Wupper-Vorsperre Skulpturen und neuartige Installationen aufstellten, waren gut drei Viertel der Werke durch Vandalen wieder zerstört. Resigniert standen damals die Künstler vor einem Trümmerhaufen, und die überkochende Volksseele hatte ihre Ruhe. Sechs Jahre lang hatten sie für die Vorbereitungen gebraucht.

Hintergrund: Im Vorfeld der Ausstellung organisierten die Bürger eine Unterschriftenaktion, die sage und schreibe 1500 Unterstützer fand. Damit sprachen sich fast zehn Prozent der Bevölkerung mit ihrer Unterschrift gegen den Skulpturenpark aus. Dabei war es nur harmlose Skulpuren, die allgemein als moderne Kunst bezeichnet wird. Sogar die Kreisparkasse Köln hatte immerhin einen Zuschuss von 20000 DM gegeben.

Ulrich Klaus sagte 15 Jahre nach den Ereignissen in einer Podiumsdiskussion der Bergischen Zeitgeschichte (BZG): „Es war damals eine Art Generationenkonflikt, wie er sich überall in Deutschland abspielte.“ In Hückeswagen habe sich dieser Konflikt in konzentrierter Form abgespielt. „Es habe eben eine Riege alter Männer gegeben“, betonte Klaus weiter. Wie die Veranstaltung der BZG offen legte, waren selbst nach so langer Zeit die Wunden noch nicht verheilt. Langjährige Vertreter der Hückeswagener Kulturszene beklagten sich über den „barsche Ton“ der Künstlergruppe, die für die Eskalation eine Rolle gespielt hatte.

In Hückeswagen hat es nach 1990 eine vergleichbare Initiative nie wieder gegeben.

Text: N. Bangert
Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von Ulrich Klaus

2007-05-01