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„ Über die Wupper gehen“ – Ein Sprichwort und seine Herkunft
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Die Wupper als Namensgeber der Wuppertalsperre
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Die Wupper als Namensgeber der Wuppertalsperre entspringt in der Nähe von Marienheide als „Wipper“ in der Nähe von Marienheide und mündet zwischen den Leverkusener Stadtteilen Wiesdorf und Rheindorf nach 112,8 Kilometern Fluss-Strecke und fast genau 400 Höhenmetern in den Rhein. Die Namen „Wipper“ und „Wupper“ leiten sich vermutlich vom „Wippen“ des Wassers über die Steine im Bach beziehungsweise Flussbett her und bedeutet soviel wie „hüpfendes Wasser“.
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Interessanterweise ist die Wupper auch Teil der weitläufig bekannten Redewendung „Über die Wupper gehen“. Grund genug, für das Team der wuppertalsperre.net einmal der Frage nachzugehen, woher denn eigentlich diese Redewendung kommt. Erstaunlich ist dabei die Tatsache, dass man in relativ kurzer Zeit mindestens sechs mehr oder weniger schlüssige Erklärungsversuche findet.
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Ursprünge der Redewendung "Über die Wupper gehen"
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Eine sehr interessante Internetseite unter der Adresse www.redensarten-index.de ist dabei die des Diplom-Geografen Peter Udem in Gießen, der in seiner Datenbank alleine vier mögliche Erklärungen anbietet. Leider wird dort auf eine weiterführende Autoren- oder Quellenangabe verzichtet, so dass eine Verifizierung relativ schwer fällt.
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1. Die Erklärung „Friedhof“
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In der an der Wupper gelegenen Stadt Wuppertal lag einst der Friedhof am anderen Flussufer. Wurde man beerdigt, ging man im wahrsten Sinne des Wortes über die Wupper. Leider gibt es in der Passage des Textes keine Aussage darüber, wo dieser Friedhof genau lag.
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2. Die Erklärung „Flucht vor Soldatenwerbung“
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Im östlichen Wuppertal bildete einst die Wupper die Grenze zwischen der Grafschaft Mark und dem Herzogtum Berg. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erfolgten in der Mark gewaltsame Soldatenwerbungen, denen sich junge Männer entzogen, in dem sie "über die Wupper gingen" und ins Bergische flohen. Der Heimatforscher Michael Tettinger geht auf seiner Internetseite www.tetti.de/WUPPER noch weiter ins Detail. Er lokalisiert das Grenzgebiet etwas genauer. In der ehemalig selbständigen Stadt Barmen, welche 1929 nach Wuppertal eingemeindet wurde, müssen demnach die Wurzeln gelegen haben. Auch der Zeitpunkt der Entstehung wird exakter angegeben. Hiernach hat der Volksmund das Sprichwort in der Zeit des preußischen Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. (1713 - 1740) geprägt. Wilhelm I. ist derjenige, der die Soldatenwerber in die Grafschaft Mark aussendet, um dort junge Männer gewaltsam für seine Truppe zu rekrutieren.
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Das Gerichtsgebäude in Wuppertal-Elberfeld liegt auf einer Insel in der Wupper. Wenn man als Unternehmer in Elberfeld um das Jahr 1900 einen Konkurs anmelden musste, ging man also zwangsläufig "über die Wupper".
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4. Die Erklärung „Sozialer Abstieg von Fabrikanten“
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Die Lage von Wuppertal bringt es mit sich, dass das rechte Wupperufer viel südliche Sonne abbekommt, während das linke Wupperufer aufgrund der Tallage länger im Dunkeln bleibt. Deshalb befanden sich auch die Häuser der Unternehmer auf den Höhen am rechten Wupperufer, während die Arbeitersiedlungen auf der weniger bevorzugten und damit billigeren linken Uferseite lagen. Ging nun ein Fabrikant pleite, dann musste er sein schönes Anwesen auf der rechten Uferseite verkaufen und sich mit einer Wohnung auf dem billigeren linken Ufer begnügen. Er musste also "über die Wupper gehen".
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5. Die Erklärung „Todestrakt“
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Bei dieser Variante der Erklärung führt Michael Tettinger nicht näher genannte diverse Internetseiten als Quelle an. Demnach soll es in Wuppertal ein Gefängnis gegeben haben, dessen Todestakt nur über eine Brücke erreichbar - auf der anderen Seite der Wupper lag. Wurde ein Verurteilter zur Hinrichtung geführt, musste er zuerst "über die Wupper gehen“. Michael Tettinger hält diese Erklärung für möglich. Er wendet aber ein, dass die Stadt Wuppertal - wie oben schon beschrieben – erst 1929 gegründet wurde. Also könne es sich daher auch um ein Gefängnis der ehemals eigenständigen Städte Elberfeld, Barmen, Vohwinkel, Ronsdorf oder Cronenberg handeln, auch die Ortschaft Beyenburg liegt an der Wupper. Ein potentieller Kandidat zur Erhärtung der These könnte ein Gefängnis in Elberfeld sein. Laut Michael Tettinger wurde dieses erst vor ein paar Jahren – so um das Jahr 1998 – abgerissen. er bittet dabei gleichzeitig Leser seines Artikels um Mithilfe. Die Datenbank von Peter Udem erwähnt fragmentarisch auch den Begriff „KZ Kemna“, leider jedoch ohne erkennbaren Zusammenhang oder einem konkreten Anlass für die Nennung. Dieses ehemalige Konzentrationslager liegt aber direkt an der Wupper zwischen den Wuppertaler Ortsteilen Laaken und Beyenburg. Auf der Internetseite www.ns-gedenkstaetten.de wird auf einer Unterseite die Geschichte des Lagers erzählt, heute steht in der Nähe eine Gedenkstätte. Auf der Internetseite www.i-modeseiten.de/9.htm wird eine Analogie mit der Seufzerbrücke in Venedig gezogen. Die Seufzerbrücke verbindet dabei den Dogenpalast mit den Bleikammern. Im Dogenpalast wurde in früheren Zeiten Recht gesprochen, die Verurteilten wurden über diese Brücke in ihr Gefängnis gebracht. Hierbei konnten sie zum letzten Mal einen Blick auf die Lagune werfen.
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6. Die Erklärung „Jordan“
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Auf der Internetseite www.etymologie.info/~e/d_/de-wasser.html taucht eine weitere Deutung des Sprichwortes auf. Hier wird mit einem Satz gesagt, das es sich dabei um eine Ableitung des Sprichwortes „Über den Jordan gehen“ handeln könne. Auch dieses geflügelte Wort steht für das „Sterben“.
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Text: Norbert Bangert Foto: Ralph Vesper
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