Vogelschutz an Stromleitungen

Im Herbst 2005 erregten zwei Hubschrauber die Aufmerksamkeit der Anwohner im Bereich Dürhagen, Voßhagen und Karrenstein. Sie flogen die Hochspannungs-leitung in der erwähnten Umgebung ab und brachten fächerähnliche Warnmarkierungen an. Auftraggeber war die RWE Rhein-Ruhr AG. In einer Pressemitteilung vom 20. September 2005 heißt es zu dieser Aktion:

“Neben individuellen Maßnahmen wie dem Anbringen künstlicher Nisthilfen an Einrichtungen der Stromversorgung rüstet RWE seit einigen Jahren das Stromnetz vogelsicher um.

Die Gefahrensituationen für Vögel sind beim Mittelspannungsnetz und beim Hochspannungsnetz jeweils unterschiedlich. In der Mittelspannung können Vögel mit ihren Flügeln die Sicherheitsabstände zwischen den Stromleitungen oder zwischen Leitung und Mast überbrücken und dadurch tödliche Stromschläge erleiden. Um das zu vermeiden, wurde das Mittelspannungsnetz seit 1999 bereits zu 95% mit Vogelschutzmaßnahmen ausgestattet. Dazu gehören Isolierschläuche auf den Leitungen in Mastnähe, Schutzhauben auf Isolatoren und erhöhte Sitzstangen im Gefahrenbereich.

Im Hochspannungsnetz sind die Abstände zwischen den Stromphasen und den geerdeten Bauteilen dagegen so groß, dass Vögel sie nicht überbrücken können. Dafür droht Gefahr an anderer Stelle: Einige Vogelarten sind nicht in der Lage, horizontal verlaufende, dünne Hindernisse wie Leitungen zu erkennen. Sie können dann der Leitung möglicher Weise nicht mehr rechtzeitig ausweichen. Als wirksame Gegenmaßnahmen montiert die RWE Rhein-Ruhr Netzservice GmbH Warnmarkierungen und Vogelschutzspiralen an Hochspannungsleitungen. Die Vogelschutzmaßnahmen werden per Hubschrauber montiert, das spart Zeit und Kosten. Für den Vogelschutz stellte die RWE Transportnetz GmbH als Besitzerin der Leitungen zwei Millionen Euro zur Verfügung. Bis zum Jahr 2008 sollen die Maßnahmen abgeschlossen sein. Die europaweit einmalige Methode, von einem Hubschrauber aus Schäden an Leitungen zu reparieren und Vogelschutzmarkierungen anzubringen, entwickelten die RWE Rhein-Ruhr Netzservice GmbH und die Hubschrauberfirma Rotorflug gemeinsam.

Das Gefährdungspotenzial und die entsprechenden Schutzmaßnahmen wurden in einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit den Vogelschutzwarten von fünf Bundesländern erarbeitet. Ebenso wurde die Wirksamkeit der Maßnahmen in einem gesonderten Forschungsprojekt getestet. Danach sind die Markierungen so wirksam, dass Beeinträchtigungen für die Vogelwelt nahezu ausgeschlossen werden können.”

Foto: Ralph Vesper
Text: Ralph Vesper und RWE Rhein-Ruhr AG, Unternehmenskommunikation, Siegen